Was versteht man unter dominant und devot beim Liebesspiel?

schüchterne Frau

Beide Begriffe beschreiben eine Rollenverteilung, die während des gemeinsamen Sexes eingenommen wird. Hierbei ist die Rollenverteilung jedoch nicht an den typischen Geschlechterklischees festgemacht. Es gibt nicht nur devote bzw. schüchterne Frauen und dominante Männer, sondern auch Männer, die sich gerne von einer Frau dominieren lassen. Ebenso kann eine Person es genießen mal den devoten und mal den dominanten Part einzunehmen. Solche Personen werden auch als Switcher bezeichnet.

Devot, bzw. submissiv beschreibt die Neigung, sich zu unterwerfen und die Kontrolle an den dominanten Partner abzugeben. Wie weit die devote Haltung geht, ist von den Neigungen der jeweiligen Person abhängig. Oft gehören Passivität, Gehorsam und eine Bereitschaft, dem Partner zur Verfügung zu stehen, zu einem devoten Verhalten. Es kann jedoch auch sein, dass die devote Person es lediglich bevorzugt, vom Partner beim Sex härter angefasst zu werden.
Die Begriffe devot und masochistisch werden oft zusammen in einen Topf geworfen. Wenn eine Person devot ist, bedeutet das aber nicht, dass sie es automatisch genießt, wenn ihr Schmerzen zugefügt werden. Natürlich können aber beide Neigungen zusammen auftreten. Auch hier variiert es von Person zu Person, welche Praktiken (z.B. Schlagen, Fesseln, Würgen oder Beißen) von ihr bevorzugt und ins Liebesspiel mit eingebunden werden.
Es geht devoten Personen darum, die Führung und Verantwortung abzugeben und sich beim Sex gehen lassen zu können. Diese Abgabe von Kontrolle bedeutet ein extremes Vertrauen in die dominante Person. Die devote Person ist jedoch keinesfalls nur eine Puppe, die mit sich machen lässt, was immer der dominante Partner will. Sie hat sehr wohl Einfluss darauf, welche Handlungen mit ihr vorgenommen werden und welche nicht.

Dominante Personen übernehmen gerne die ihnen von der devoten Person gegebene Kontrolle und handeln beim Sex oft aktiv. Auch hier ist es von der jeweiligen Person abhängig, wie genau die dominante Rolle ausgelebt wird. Manche mögen es Befehle zu geben, sind aber körperlicher Stimulation gegenüber gleichgültig oder ablehnend eingestellt.
Eine Eigenschaft, die oft mit dominanten Verhaltensweisen verbunden wird, ist der Sadismus. Hierbei wird dem Partner physischer oder psychischer Schmerz (z.B. durch Erniedrigung) zugefügt. Auch hier bedeutet es nicht, dass alle dominanten Personen grundsätzlich sadistisch veranlagt sind.
Wichtig ist zu betonen, dass alle Handlungen einvernehmlich vorgenommen werden. Innerhalb der BDSM Szene gibt es hierfür spezielle Konzepte. Das bekannteste ist „Safe, sane, consensual“. Es bedeutet, dass alle Handlungen sicherheitsbewusst, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich praktiziert werden. Wenn man bei sich eine devote oder dominante Neigung feststellt, oder gerne mal etwas Neues ausprobieren möchte, ist es gerade hier besonders wichtig, intensive Gespräche über Neigungen, Wünsche und Abneigungen mit dem Partner zu führen. Man begibt sich freiwillig aus seiner Gleichberechtigung in ein Machtgefälle. Die devote Person hat keinesfalls alles zu tun, was der dominante Part möchte, sondern kann jederzeit mit einem sogenannten „safeword“ signalisieren, dass eine Grenze überschritten wird. Damit beide Partner ihre sexuellen Bedürfnisse erfüllen können, ist es sehr wichtig Regeln und Grenzen festzulegen.

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